Die sozialen Medien bringen im Eigenmarketing nicht nur Vorteile, sondern auch jede Menge Nachteile mit sich. Fingerspitzengefühl ist gefragt. Einer der weiß, was er auf Facebook & Co. macht und wie er seine Fans bei Laune hält, ist Skistar Felix Neureuther. Warum er mein Paradebeispiel für erfolgreiches Eigenmarketing im Social Web ist, verrate ich dir im heutigen Beitrag.

Eigenmarketing für Sportler

Es gibt Sportler, die als öffentliche Personen nicht immer mit Social Media umzugehen wissen. So hat sich Mario Balotelli einst trotz einer Schulterverletzung beim Tischtennis spielen fotografieren lassen und den Beitrag getwittert, was eine kurzzeitige Suspendierung zur Folge hatte. Kein Wunder, dass der Fußballer bei seinem aktuellen Verein AC Mailand prompt ein Twitter-Verbot auferlegt bekommen hat.

Auch der Schweizer Nationalspieler Michel Morganella zeigte 2012 wenig Feingefühl, als er per Tweet Südkoreas Mannschaft beleidigte. Die Folge war der Rausschmiss aus dem Olympiakader. Dumm gelaufen!

Zugegeben ist es nicht immer leicht seine Emotionen im Griff zu behalten, aber gerade als Sportler, der in der Öffentlichkeit steht, ist es von großer Bedeutung zweimal über eine Nachricht zu lesen. Denn alles, was im Social Web veröffentlicht wird, ist nun mal Imagekommunikation.

Eigenmarketing für Sportler: So wird´s gemacht

Vor anderthalb Jahren durfte ich in der Sportnetzschau ein paar O-Töne zum Thema „So kommen sich Fans und Sportler im Netz näher“ abgeben. Dort ging es primär um die Kommunikation von Sportlern in den sozialen Medien und inwieweit diese von Agenturen geleitet werden. Fiel bei einem Fauxpais eines vermeintlichen Facebook-Posts auf der Fanseite von Manuel Neuer auf, dass er seine Beiträge nicht selbst veröffentlicht, nannte ich Felix Neureuther schon damals als Paradebeispiel für eine gelungene Interaktion mit den Fans.

Die Qualität der Beiträge, die Felix Neureuther regelmäßig an seine mehr als 500.000 Fans auf Facebook rausschickt, hat sich seitdem nicht vermindert. Ganz im Gegenteil, unser deutscher Skistar hat sogar noch einen draufgesetzt, die Qualität der Posts gesteigert und verstanden, auf welche vier Punkte es beim Eigenmarketing für Sportler durch soziale Medien besonders ankommt.

Authentizität

Ein Besuch bei Bastian Schweinsteiger im Old Trafford oder die Entschuldigung für eine missglückte Auslosung für die zweite Runde des DFB-Pokals sind nur zwei der Facebook-Posts, die deutlich machen, dass Felix Neureuther auch selbst Fan ist, mit seinen Freunden mitfiebert und auch mal Pech hat. Er ist nicht nur auf seine Erfolge fixiert, sondern beweist, dass auch er ein ganz normaler Bub aus Oberbayern ist.

Fannähe

Dass der Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther ein Herz für seine Fans hat, zeigt sich nicht unbedingt im Dialog in den Kommentaren, der durchaus ausbaufähig ist. Dieser Makel sei auf Grund der enormen Fanzahlen und des großen Zeitaufwandes verziehen. Durch Aktionen, wie die folgende macht Neureuther jedoch deutlich, wie wichtig ihm „die besten Fans der Welt“ dennoch sind.

Transparenz

Eine bessere Metapher für Transparenz als der Post „Free Willy!!!“, bei dem Felix nackt an einem Bergsee steht, gibt es wohl kaum. Doch der FC Bayern-Fan erweist sich nicht nur äußerlich als Blickfang, sondern gibt auch Einblicke in sein Privatleben. Protagonisten dabei sind unter anderem sein Australian Shepherd Buddy und seit kurzem sein Neffe, mit dem er mal eben den Playboy durchblättert.

Storytelling

Das Buzzword in den sozialen Medien im vergangenen Jahr war sicherlich das Wort Storytelling. Übersetzt geht es dabei um nichts anderes als Geschichten zu erzählen, was der Riesenslalom-Spezialist ebenfalls bestens beherrscht. Nicht nur durch die Bildsprache alleine, sondern vor allem dadurch, dass er seine Fans virtuell mit in den Urlaub und durch die Saison nimmt, damit keiner den Werdegang des Sportstars verpasst.

Skifahrer wissen, was sie machen

Durch seinen Facebook-Auftritt hat es Felix Neureuther geschafft, seine Fans an sich zu binden. Schuld daran sind nicht nur die authentischen und transparenten Inhalte, sondern auch die Nähe zu seinen Fans und das gelungene Erzählen von Geschichten. Von Langeweile beim Folgen der Beiträge ist somit keine Spur, was an einer gewissen Regelmäßigkeit und Abwechslung des Contents liegt.

Es hat fast den Anschein, dass Skifahrer besonders gut mit sozialen Medien umgehen können, denn auch der österreichische Skistar Marcel Hirscher und die US-Amerikanerin Lindsey Vonn, wissen wie sie ihre Fans bei Laune halten können. Eigenmarketing für Sportler at its best, von dem sich der ein oder andere Fußballstar sicher noch eine Scheibe abschneiden kann.

Bildquelle: Ales Krivec | unsplash.com

Eigenmarketing für Sportler: Felix Neureuther und sein gelungener Facebook-Auftritt